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So überzeugen Sie im Bewerbungsgespräch 

 August 22, 2020

By  Günter Horvath

Nervosität – ein großer Feind im Bewerbungsgespräch.

Lampenfieber und Bewertungsängste sind bei Bewerbungsgesprächen weiter verbreitet, als man annimmt. Gerade weil sie als Tabuthema gelten, können sie sich gut halten und im Verborgenen weiter ausbreiten unter dem Motto: Hauptsache, die anderen bekommen nichts mit. Doch die meisten Personalchefs sind darauf geschult, auf diese Signale zu achten.

„Hoffentlich werde ich nicht nervös sein! Was ist wenn ich ein Blackout habe oder meine Stimme zittert? Wahrscheinlich halten mich die möglichen Vorgesetzten für inkompetent. Kann sein, dass ich dadurch den heiß ersehnten Job nicht bekomme.“ Solche und ähnliche Katastrophengedanken vor einem wichtigen Bewerbungsgespräch gehen nicht nur blutigen Anfängern durch den Kopf.

Es wird dabei übersehen, dass es fast allen so geht. 80 Prozent der Menschen verspüren Lampenfieber, wenn sie vor den Augen anderer Leistung erbringen oder sich selbst darstellen sollen. Doch Bewertungsängste sind immer noch ein Tabuthema. Zu groß ist die Scham, man könnte als Versager entlarvt werden.

Die Angst vor dem Scheitern – ein massives Hindernis bei der Jobsuche

Dabei sind Stresssymptome wie Zittern oder Erröten eine ganz normale und natürliche Reaktion des Körpers auf Situationen. Für gefährlich erscheinende Aufgaben stellt unser Gehirn vermehrt Energie zur Verfügung. In angemessenem Maße erhöht sie unsere Aufmerksamkeit, Konzentration und Präsenz, um für herausfordernde Situationen bestens gerüstet zu sein.

In den meisten Fällen verwandelt sich gesundes Lampenfieber in störende Versagensangst und Beklemmungen, die das Wohlgefühl, das Leistungsvermögen und die selbstsicheren Ausdrucksmöglichkeiten stark beeinträchtigen. Wie schade, wenn man spürt, dass noch viel mehr drin wäre. Im Nachhinein ist man mit dem eigenen Auftreten unzufrieden.

Da diese Ängste für die Betroffenen meist nicht nachvollziehbar und unbegründet sind, fühlen sie sich ihnen hilflos ausgeliefert. Doch es gibt Wege, sie rasch in den Griff zu bekommen, um im entscheidenden Moment die persönliche Höchstleistung zu bringen.

Steuern Sie Ihre Gedanken

Die oben beschriebenen Katastrophengedanken sorgen dafür, dass das Herz klopft und einem die Schweißperlen auf der Stirn stehen. Ängstliche Menschen sind sehr phantasiebegabt und malen sich ihr Versagen in allen Farben und Facetten bildhaft aus. Vor dem inneren geistigen Auge läuft der Film des Versagens ganz konkret ab. Wenn man nun weiß, dass es dem Gehirn völlig egal ist, ob wir uns etwas nur vorstellen oder ob wir es real erleben, dann ist völlig klar, dass es auf solche Bilder nur mit Panik reagieren kann. Fazit: Gedanken können die Nervosität steigern – aber auch verringern.

Überlegen Sie sich deshalb ein paar Sätze, die sie beruhigen. Sie müssen nicht der tollste Kandidat sein. Es genügt, wenn Sie sich zum Beispiel sagen: „Ich schaffe es schon. Ich weiß, was ich kann und was ich wert bin.“ Sie können auch Ihren inneren Film ändern und sich Ihren Erfolg mit all Ihren Sinnen vorstellen. Tun Sie einfach mal so, als wären Sie schon so gut, wie Sie sein möchten. Viele Spitzensportler wenden diese Techniken aus dem Mentaltraining an. Damit die Übungen besonders wirksam werden, sollten Sie zur Ruhe kommen und sich in den sogenannten Alpha-Zustand begeben. Der Körper ist dabei so locker wie im Tiefschlaf, aber reaktionsfähig und mit einer messbar höheren Energie.

Machen Sie Bewegung – das verringert den Bewerbungsstress deutlich

Somit kommen wir zur physischen Ebene. Lampenfiebersymptome wie Zittern, Herzklopfen, Schweißausbrüche, Frosch im Hals, Leere im Gehirn etc. entstehen durch Überschwemmung des Körpers mit den Stresshormonen Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol. Diese stellen enorme Energie für Flucht oder Angriff zur Verfügung. Dieses Gehirnprogramm hat zu Urzeiten unser Überleben gesichert, wenn wir Gefahren ausgesetzt waren.

Für Bewerbungsgespräche ist es jedoch gar nicht hilfreich. Da die Programmierung bis heute aber kein Update erhalten hat, müssen wir andere Wege finden, um damit umzugehen. Sport und Bewegung bauen Stresshormone ab. Ein Gang um den Häuserblock, Schattenboxen, etc. eignen sich hervorragend, um auch kurzfristig Stress abzubauen. Atemübungen helfen Herzschlag und Puls zu normalisieren. Entspannungstechniken wie Meditation, Autogenes Training oder Progressive Muskelrelaxion nach Jacobson machen Körper und Geist ruhig.

Nehmen Sie Ihre Angst an

Es kann für Sie widersprüchlich und paradox klingt, aber Sie müssen zunächst einmal Ja zur Ihrer Nervosität sagen. Je mehr Sie sich selbst dafür verurteilen, dass Sie über alle Maßen aufgeregt sind, desto größer wird Ihre Furcht und desto stärker die Symptome. Sagen Sie sich: „Es ist ja NUR meine Angst.“ Sie kennen sie nur zu gut und wissen, dass Sie daran nicht sterben werden. Wenn Sie sich sagen „Es ist OK, unsicher zu sein“, können sich Ihre Emotionen und die körperlichen Reaktionen beruhigen. Zugeben ist überhaupt der erste Schritt, um seine Ängste bearbeiten zu können.

Nutzen Sie die Signale einer guten Körpersprache

Üben Sie eine selbstbewusste, aber keinesfalls überhebliche Körpersprache ein, denn der physische Ausdruck wirkt auf Ihre innere Befindlichkeit zurück. Achten Sie auf eine gute, aufrechte Haltung, einen sicheren Stand, eine gezielte Gestik und vor allem auf einen ruhigen Blickkontakt. Sprechen Sie in einem passenden Tempo und mit fester Stimme. Üben Sie diese Dinge schon lange Zeit vorher ein, sodass sich Ihr Körper im entscheidenden Moment daran erinnern kann, sich automatisch souverän bewegt und Ihnen ein Gefühl von Sicherheit und Gelassenheit vermittelt.

Und wenn alles nichts hilft….

…dann müssen Sie noch einen Blick zurück in Ihre Vergangenheit – zumeist in Ihre Kindheit werfen. Welche Aussagen sind Ihnen damals eingeprägt worden? Kennen Sie Sätze wie „Du bist zu dumm! Das schaffst du niemals.“ Worte, die damals Ihr Selbstbewusstsein untergraben haben, können noch lange in Ihnen nachwirken. Das Schlimme daran ist, dass das meist unbewusst geschieht.

Unser Gehirn denkt nämlich „Das fühlt sich an wie…..“ Wie damals, vor einer halben Ewigkeit, als Ihre Persönlichkeit und Ihre Leistung von anderen letztendlich abgewertet worden sind. Ihr Gehirn reagiert mit denselben Emotionen wie vor xx Jahren.

Hilfreich ist, sich der alten belastenden Glaubenssätze bewusst zu werden, denn die Stimmen von Eltern und Lehrern wirken in uns weiter. Überprüfen Sie, ob diese Aussagen heute noch wahr sind, und ändern Sie sie. Erlauben Sie sich, anders zu sein als “früher”. Diese aus der Kindheit und Jugend stammenden Ängste sind “ein Irrtum in der Zeit” – sie waren vielleicht mal berechtigt, aber heute existieren diese Bedrohungen nicht mehr! Das dauert einige Zeit – haben Sie also Geduld mit sich selbst. Mit Hilfe und Unterstützung von einem erfahrenen Coach gelingt es schneller.

Gute Vorbereitung auf allen Ebenen

Aus meiner Erfahrung kann ich nur empfehlen, auf allen Ebenen zumindest eine Übung zu trainieren: Machen Sie sich mit förderlich-stärkenden Gedanken mental fit für Ihrer Bewerbung. Programmieren Sie Ihr Gehirn auf Erfolg. Wählen Sie eine Atem- und eine Körperübung aus. Ein guter Stand, eine feste Stimme, eine aufrechte Haltung und Blickkontakt mit Ihrem Gegenüber lassen Sie professionell und kompetent wirken.

Das wiederum bringt Ihnen gutes Feedback ein. Und bearbeiten Sie zunächst einmal den Glaubenssatz, der Sie am meisten daran hindert, aus Ihrem vollen Potential zu schöpfen.

Recherchieren Sie im Internet was Sie zu dem Unternehmen, für das Sie sich bewerben, an wichtigen und aktuellen Beiträgen finden. Lassen Sie Ihr Wissen ins Gespräch mit einfließen. Das zeugt von echtem Interesse und hohem Einsatz und bringt Ihnen auf alle Fälle Sympathiepunkte.

Bewerbungsgespräch

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